Trendy Tequila: Bitte ohne Salz und Zitrone!

Als der Tequila auf die Welt kam, handelte es sich eigentlich um eine echte eine „Blitz-Geburt“. Das glauben zumindest die Einheimischen in Mexiko. Denn: Wenn Götter sich heftig streiten, kann es schon einmal passieren, dass ein Blitz zur Erde herabfährt. Und: Dieser Legende nach war dies die Geburtsstunde des Tequila! Was genau einen guten Tequila ausmacht, das haben jetzt Spirituosen-Botschafter® Jürgen Deibel und Markus Braun von der DAFS – Deibels Akademie der feinen Spirituosen / Deibel’s Academy of fine spirits exakt in einem Arikel für shmckr beschrieben.

Warum der Tequila auf dem Holzweg ist …

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Tequila, Bauern,

Tequila-Anbau in Mexiko. Die Fotos stammen aus dem Bericht von shmckr.

Tequila auf dem Holzweg – Fässer und ihre Auswirkungen

Die Reifung in Holzfässern, der letzte Schritt, ist den »Reposado«, »Añejo« oder »Extra Añejo« Tequilas vorbehalten. »Ruhen« ist die Bedeutung des Wortes Reposado und dies macht das Agavendestillat in Fässern von mindestens 200 Litern Inhalt (maximal ca. 700 l) über einen Zeitraum von mindestens 2 Monaten. Noch länger, mindestens 12 Monate, ruhen die Añejo (»alte«) Tequilas, die nur in Fässern mit 200 Litern Inhalt und aus Weißeiche lagern.

Herradura Tequila, Fassreifung

Fassreifung; Foto: Brown-Forman

Extra Añejos reifen sogar noch länger. Mindestens drei Jahre werden die Tequilas in Fässern aus Eiche ausgebaut. Dieses sind in der Regel gebrauchte Fässer, nicht selten amerikanische Whiskey- oder spanische Brandyfässer, was sich auch in deren dunklen Farbe und den oftmals starken Vanille- und Karamelltönen widerspiegelt.

Die Reifung gibt dem Produkt also die Farbe, sorgt für zusätzliche Aromen aus Fass und Oxidation durch Luftsauerstoff und ist gleichzeitig verantwortlich für die runde und weiche Note, die diese Produkte aufweisen.

Faszination eines missverstandenen Destillates

Tequila ist eine faszinierende Spirituose, deren geschmackliche Vielfalt langsam auch bei uns erkannt wird. Erst in den letzten Jahren hat sich ein kleiner Trend um die 100% Agaven-Tequilas gebildet. So kommt es, dass bis heute nur ca. 10% der Gesamtproduktion an Tequila 100% Agaven-Tequila sind. Doch ist der erhoffte Trend bisher (noch) hinter den Erwartungen der Importeure und Produzenten zurückgeblieben.

Tequila ist ein sehr charakterstarkes Getränk, welches durchaus etwas Beschäftigung mit seinem Geschmack, seiner Historie und seiner Produktion verlangt, um es zu verstehen und schätzen zu lernen. Wer sich darauf einlässt wird dafür mit einer Vielfalt an Geschmackseindrücken belohnt, die gut und gerne mit den großen Spirituosenkategorien dieser Welt mithalten können!

Gute Tequilas sollte man in jedem Fall pur genießen, um ihr volles Agavenaroma zu erleben. Zitrone und Salz, wie auch Orange und Zimt, sind für hochwertige Produkte überflüssig. Und den Wurm, der in Wahrheit eine Larve ist, den findet man nur zu Marketingzwecken in einigen wenigen Mezcals, aber niemals im Tequila.